DIE LINKE. Berlin


Politik von A bis Z

Sportstätten

Berlin hat zu wenig Sporthallen und Sportplätze, um die über 620.000 in Sportvereinen organisiert Sporttreibenden, davon 200.000 Kinder und Jugendliche, und die vielen Freizeitsportlerinnen und -sportler bedarfsgerecht zu versorgen. Dabei ist die Nachfrage steigend. Um die Versorgungslage auf dem Niveau von 2011 zu erhalten, was bereits damals defizitär war, bräuchte Berlin nach Angaben des Senats allein bedingt durch den Bevölkerungszuwachs etwa 60 zusätzliche Großspielfelder und ungefähr 115 Hallenteile mehr als bisher. Wo sollen die hin? Wer soll die finanzieren?

Problematisch ist nicht nur der Mangel, sondern auch vielfach der schlechte Zustand vieler Sportanlagen, von Barrierefreiheit ist da noch gar nicht die Rede. Wenn man die nach dem Sportanlagensanierungsprogramm geltenden Kriterien zugrunde legt, besteht aktuell nach Angaben des Senats ein Sanierungsbedarf von rund 172 Mio. Euro für die Jahre 2017-2020. Der tatsächliche Bedarf dürfte wesentlich höher sein. Auch für die Wiederherstellung der als Flüchtlingsunterkünfte genutzten Sportanlagen werden die eingeplanten 5 Mio. Euro nicht ausreichen. Und die Schulsportanlagen, vom gemeinnützigen Sport nach 16 Uhr genutzt, sind da auch noch nicht berücksichtigt. Es ist offensichtlich, dass die mit dem Beschluss über den Haushaltsplan des Landes Berlin für die Jahre 2016/17 erfolgte Erhöhung der Mittelausstattung für das Sportanlagensanierungsprogramm von jährlich 9 Millionen Euro auf 13,5 Millionen Euro im Jahr 2016 und 18 Millionen Euro im Jahre 2017 den Bedarf nicht annähernd deckt. Den Bezirken fehlt oft das Geld, um nachhaltig zu sichern, zu entwickeln, geschweige denn neue Anlagen zu bauen. Die Vergabe von Nutzungszeiten bei wachsendem Bedarf wird immer mehr zum Problem. Dabei wurden in den letzten Jahren viele Sportanlagen ohne Ersatz aufgegeben und nicht in jedem Falle sind die versprochenen neuen Nutzungen auch realisiert worden. Bei den zentral verwalteten Sportanlagen ist die Lage nicht besser. Der Senat hat den Sanierungsbedarf erst kürzlich mit etwa 320 Millionen Euro angegeben. 170 Millionen Euro davon soll allein die Sanierung des Friedrich-Ludwig-Jahn-Sportparks kosten. Doch weder ist das Projekt beschlossen noch das Geld dafür eingestellt. Das ist mehr als unbefriedigend für eine Sportanlage mitten in der Stadt, in einem wachsenden Bezirk und mit dem Anspruch des Senats, hier einen »Inklusionssportpark« errichten zu wollen. Dabei hatte die Sanierung der Sportanlage im Rahmen der gescheiterten Olympiaambitionen des Senats unter der Rubrik »Sowieso-Kosten« rangiert.

DIE LINKE. Berlin fordert:

Quelle: http://archiv.die-linke-berlin.de/wahlen/berlin_2016/politik_von_a_bis_z/sportstaetten/